Schulart und Förderauftrag

Bildungsgänge

An der Frida-Kahlo-Schule Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung werden die Schüler in den Bildungsgängen Grundschule/Berufsreife, sowie den Förderschwerpunkten Lernen und ganzheitliche Entwicklung nach den jeweils gültigen Lehrplänen unterrichtet. In den Bildungsgängen Grundschule/Berufsreife sowie Förderschwerpunkt Lernen beträgt die Schulbesuchszeit 9 Jahre und im Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung 12 Jahre. Eine Verlängerung der Schulzeit aus pädagogischen Gründen ist möglich.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

An der Frida-Kahlo-Schule Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung arbeiten Förderschullehrer und pädagogische Fachkräfte, Therapeuten (Physiotherapeuten und Ergotherapeuten) und Krankenschwestern. Die Förderung ist geprägt durch eine intensive Kooperation der verschiedenen Berufsgruppen.

Träger

Die Frida-Kahlo-Schule Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung ist eine öffentliche Schule. Träger ist die Kreisverwaltung Trier-Saarburg im Verbund mit den Landkreisen, in denen Schüler der Schule wohnen.

Ganztagsschule

Die Frida-Kahlo-Schule Förderschule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung ist eine Ganztagsschule in verpflichtender Form. Der Unterricht beginnt um 8.15 Uhr und endet Montags bis Donnerstags um 15.30 Uhr und Freitags um 13.30 Uhr.

Unterricht

Der Unterricht orientiert sich an den Lehr- bzw. Rahmenplänen und Richtlinien der

  • Grund- und Hauptschule

  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen

  • Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung

Die Schüler/innen lernen in heterogen zusammengesetzten Klassen. In einer Klasse sind zwischen 5 und 11 Schüler. Die Heterogenität erfordert einen Unterricht mit hoher Differenzierung und Individualisierung. Er wird realisiert durch offene Unterrichtsformen wie Wochenplanarbeit, Stationenlernen und Lernwerkstatt Bei der Förderung von Schüler/innen mit schwerster Behinderung findet über Lerninhalte gemeinsames Erleben statt. Die tägliche Schulzeit ist neben Einzelförderung und gesamtunterrichtlichen Stunden stark geprägt durch Zeiten der Nahrungsaufnahme, der Förderpflege, der medizinischen Betreuung und der Therapie.

Unterstützte Kommunikation

Kommunikation ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Über Sprache treten wir miteinander in Kontakt, teilen unsere Bedürfnisse mit und wirken auf unsere Umwelt ein.

Manche unserer Schülerinnen und Schüler können sich (noch) nicht oder nur schwer verständlich über Lautsprache mitteilen. Ein wichtiger Bestandteil der Förderung dieser Schülergruppe ist das Anbieten geeigneter Hilfen und Ergänzungen zur Kommunikation.

Zu solchen Hilfen gehören • elektronische Kommunikationshilfen wie BigMack, Step-by-step, GoTalk, Computer • nichtelektronische Kommunikationshilfen wie Fotos, Bildsymbole, Wortkarten, Gegenstände • körpereigene Kommunikationsfor­men wie Gestik, Mimik, Gebärden

Eine Schülerin mit umfänglichen Beeinträchtigungen hat gelernt, über einen Taster und einen Schaltadapter den Kassettenrecorder einzuschalten.

Eine andere Schülerin schaltet mit Hilfe eines großen Tasters ein elektronisches Spielgerät ein. So kann sie beispielsweise in Ruhezeiten die Discokugel aktivieren, um die bunten Lichter zu betrachten.

Für umfänglich beeinträchtigte Menschen spielen diese Hilfsmittel zur Um­weltsteuerung eine große Rolle. Elektronische Spielzeuge, Musikanlagen oder Computer können mit speziellen Tastern ausgestattet werden, über die eine einfache Bedienung er­fol­gen kann. Damit können den Schülerinnen und Schüler Lern- und Spielsituationen aktiv gestalten – ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstbestimmung.

Ganzheitliche Förderung

Durch ganzheitliche Förderung sollen alle Bereiche des Menschen angesprochen werden, dabei spielt die Persönlichkeit eines jeden Kindes eine wichtige Rolle. Jedes Kind ist anders und sollte individuell gefördert werden.

Ganzheitliche Förderung möchte deutlich machen, dass es keine Entwicklungsbereiche beim Menschen gibt, die in einem hierarchischen Gefüge „wertvoller“ als andere sind. Die unterschiedlichen Entwicklungsbereiche eines Menschen sind gleichwertig. Wir unterstützen ihn in seinem Streben nach Ausgewogenheit und Stabilität in der biografischen Veränderung.

Die Förderung an der Frida-Kahlo-Schule ist geprägt durch eine hohe Verzahnung von unterrichtlicher, ergo- und physiotherapeutischer, heilpädagogischer und gegebenenfalls medizinischer Förderung und Betreuung. Diese wird bei Bedarf ergänzt durch externe Fachkräfte aus den Bereichen Logopädie, Autismusförderung, Sozialpädiatrie und integrationsfachdiensten.

Arbeitsgemeinschaften

Donnerstags in der 6. und 7. Stunde werden die Klassengemeinschaften aufgelöst und die Schüler können an selbstgewählten Arbeitsgemeinschaften teilnehmen. Zu Beginn eines jeden Schulhalbjahres können sich alle Schüler in eine zuvor präsentierte AG oder Fördergruppe eintragen bzw. eintragen lassen.Die Arbeitsgemeinschaften ergänzen und bereichern die Unterrichtsinhalte in den Klassen:

  • Rolli-Basketball

  • Kegeln

  • Englisch

  • Rollbrett/Filzen

  • „Durchblick“-Schulzeitung

  • Klettergarten

  • Snoezelen

  • Nähen

  • Boccia

  • Schwarzlichttheater

  • Stadt

Diese AG’s gabs in den letzten Schuljahren

  • Werken

  • Mädchen

  • Piraten

  • Basales Theater

  • Trommeln

  • „Sinn-salabim“

  • Computer

  • Experimente

  • Erste Hilfe

  • Disco

  • Backen und Saftladen

  • Französisch

  • Minigolf

  • Klangerlebnis

Therapie

Ergotherapeutische Förderung

Was ist Ergotherapie und wie findet sie in der Frida-Kahlo-Schule statt?

Ergotherapie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Das Handeln und die Aktivität des Schülers stehen im Vordergrund der Therapie. Kurz zusammengefasst, geht es in der Ergotherapie der Schule darum, für den Schüler die größtmögliche Freiheit im Schulalltag zu schaffen, sei es im Unterricht, bei der Interaktion mit anderen oder während der Pausen, was auch das das gemeinsame Essen mit einschließt. Meist kommen die Schüler zur Einzeltherapie (45 Minuten) zur Therapeutin in den Ergoraum. Teilweise führen wir auch Gruppentherapien mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch. Auch im Schulalltag sind wir mit in den Klassen eingesetzt und unterstützen die Schüler unter anderem beim Schreiben, Malen und Essen.

Hilfsmittelversorgung

Um die Eigen- und Selbstständigkeit der Schüler zu gewährleisten, braucht es eine gute Hilfsmittelversorgung. In Absprache mit Eltern, Lehrern und Physiotherapeuten schauen wir, was der Schüler braucht, um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren, den Spaß am Lernen im Unterricht und den Austausch mit Mitschülern und Lehrern. Hier sind die Bedürfnisse sehr individuell, die Versorgung reicht von Griffverdickungen von Stiften oder Besteck über die beste Position auf dem (Roll-)Stuhl bis hin zu Kommunikationsgeräten, wie z.B. einer Augensteuerung, um sich mitzuteilen.

Sensomotorisch-perzeptive Behandlungsmöglichkeiten

Die ergotherapeutische Förderung basiert auf verschiedenen Therapiekonzepten. Die sensorische Integrationstherapie stellt die Wahrnehmungsförderung in den Mittelpunkt und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Die basale Stimulation, Entspannungstechniken oder die Babymassage werden eingesetzt, damit die Schüler nach der Therapie entspannt und bereit für den restlichen Tag in den Unterricht zurückkehren. Außerdem kommt die Aromatherapie im Rahmen der Ergotherapie zum Einsatz. Mit ätherischen Ölen werden Entspannungseffekte bei Handmassagen verstärkt oder über die Raumbeduftung das Lernen positiv beeinflusst.

Motorische Behandlungsschwerpunkte

Innerhalb der ergotherapeutischen Behandlung nutzen wir auch funktionelle Behandlungsmethoden. Bei vielen Schülern ist der Erhalt und die Verbesserung des Bewegungsausmaßes ein Schwerpunkt der Therapie, die direkten Einfluss auf die Lebens- und Bewegungsqualität hat. Aber auch andere Therapieformen, die die Fein- und Graphomotorik schulen, finden ihre Anwendung. Es geht immer darum den Schulalltag zu erleichtern. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die einen großen Effekt haben können, wie z.B. das Öffnen und Schließen eines Reißverschlusses oder das Binden einer Schleife. Die alltäglichen Dinge des Lebens zu üben und zu festigen kann Teil der Therapie sein.

Physiotherapie

Die Physiotherapeuten/innen an der Frida-Kahlo-Schule arbeiten sowohl mit individuellen Einzelbehandlungen der Schüler/innen als auch mit kleinen Schüler-Gruppen und im Team mit allen weiteren Mitarbeitern/-innen der Schule.

Das Ziel der Physiotherapie in der Schule ist die Förderung von physiologischen Haltungen und Bewegungen der Kinder und Jugendlichen, um behinderungsbedingte körperliche Probleme einzuschränken, damit die Schüler/innen mit ihrem Körper umzugehen lernen und bei der Bewältigung von Alltagshandlungen selbstständiger werden.

Die moderne Physiotherapie bemüht sich dabei um ganzheitlichen Umgang mit den Schülern, das heißt sie beschränkt sich nicht nur auf die Bewegungsübungen, sondern schult auch psychische und soziale Aspekte: Wahrnehmung, Bewusstsein und Verhalten gegenüber anderen.

Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Physiotherapie, die Schüler selbst und auch deren Eltern und Betreuer in der Schule bei der Auswahl von Hilfsmitteln maßgeblich zu beraten und schließlich – als aktive Vertreter des medizinischen Hilfsberufes Physiotherapie, den Kontakt zu den betreuenden Ärzten und Krankenkassen der Schüler aufrecht zu erhalten. Die Behinderungen der Schüler der M-Schule sind vielfältig und unterschiedlich. Sie reichen von den cerebralen Bewegungsstörungen mit Spastik, Athetose o.ä. über eventuelle Fehlbildungen wie Spina bifida oder Dysmelien, Muskel- bzw. Stoffwechselerkrankungen und weiteren Körperbehinderungen in Bezug auf Wahrnehmung, Gleichgewicht oder Sprache bis hin zu geistiger Behinderung oder Verhaltensstörungen.

Und somit stellt sich die Palette der physiotherapeutischen Arbeit an der Frida-Kahlo-Schule ebenso vielfältig dar:

  • die spezifischen Methoden der neurophysiologischen Einzelbehandlung nach BOBATH, VOJTA, MORALES, funktionelle Bewegungslehre usw., die alle die Hemmung der Auffälligkeiten bei gleichzeitiger Anbahnung von physiologischen Haltungs- und Bewegungsmustern als Grundlage haben.

  • spezielle Teilbereiche dieser Methoden wie Esstherapie, Sprachanbahnungen, Atemtherapie, (oft in Zusammenarbeit mit Logopädie u. Ergotherapie), Behandlungen mit orthopädischem oder verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt usw.

  • Gruppentherapien wie Psychomotorik, Rückenschule, Rhythmik, Wahrnehmung und Entspannung, die an der SfK meist als klassenübergreifende AGs angeboten werden.

  • Hinführung zu behinderungsspezifischen sportlichen Aktivitäten (in Zusammenarbeit mit Sportlehrern): Schwimmen, Rollstuhlsport, Turnen, Ausdauersport

  • Hilfsmittel-Beratung und -Anpassung (in Zusammenarbeit mit Ärzten, Ergotherapie u. Orthopädiemechanikern): Gehhilfen u. Korsetts, Rollstühle u. Spezialräder, Lifter, Toilettenhilfen u. Stehständer.

  • Weitere Beratung: Elternarbeit, Klassen-Team-Unterstützung, Kontakt zu außenstehenden Institutionen (Sportverein, Sanitätshäuser, Reha-Kliniken)

Schulische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit komplexen Beeinträchtigungen

Die Achtung von Würde, Einzigartigkeit, Ganzheitlichkeit und Identität der Personen ist Grundlage jeder Begegnung mit unseren Schülerinnen und Schülern (SuS). Sie wird realisiert in einem respektvollen und partnerschaftlichen Umgang bei Unterricht, Therapie, Pflege und allen anderen Situationen des schulischen Alltags.

Dieses Menschenbild begründet die Haltung, mit der wir unseren SuS begegnen.

Wegen der besonderen Lebenssituationen und Kommunikationsmöglichkeiten der SuS mit komplexen Beeinträchtigungen kommt dieser Haltung hier ganz besondere Bedeutung zu.

Alle an der schulischen Förderung Beteiligte haben eine besondere Verpflichtung, die Sicherung der grundlegenden Rechte zu gewährleisten:

• die Sicherung der vitalen Lebensbedürfnisse

• das Recht auf Respekt und Wertschätzung

• das Recht auf Kommunikation, Beziehung und Teilhabe (Klasse, Gruppe, Schulgemeinschaft)

• das Recht auf aktive und selbstbestimmte Lebensgestaltung

• die Akzeptanz der eigenen Individualität

• das Recht auf Bildung und Lernen

• das Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft